Veranstaltungseinladung: TRANS- INTER- ANTI- national

Laughing Sandinista soldier, shortly after victory

Ein Gespräch über Geschichte und Gegenwart grenzüberschreitender Solidarität

Am Freitag, den 24. April 2015, 20:00 Uhr laden wir im Kommunikationszentrum paradox zu einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel “TRANS- INTER- ANTI- national” ein.

ReferentInnen:
Christiane Gerstätter (BUKO)
Christoph Spehr (IntKom)
Susanne Wenthe (ya basta-netz)

Seit Anfang der 90er Jahre hat internationale Politik in der Linken und den sozialen Bewegungen an Bedeutung verloren. Mobilisierungen sind meist punktuell und orientieren sich an Grossereignissen. War die Solidarität mit gleich welcher Befreiungsbewegung in den 80ern mehr oder weniger eine Selbstverständlichkeit werden politische Bewegungen im Süden heute tendenziell kritisch betrachtet und eine kontinuierliche Solidaritätsarbeit ist selten geworden. An die Stelle des Idealbilds von Revolutionärinnen und Revolutioären in fernen Ländern, die ihre Kämpfe stellvertretend für uns führen, ist Skeptizismus getreten. Es herrscht politische Desorientierung vor und an Solidarität werden Bedingungen geknüpft, die die Messlatte hoch hängen und nun ihrerseits ein Idealbild prägen, das dem Idealtypus des politisch korrekten deutschen Linken entspricht. Ein offener Austausch, der angesichts der globalen Machtverhältnisse auf politische Verständigung und Zusammenarbeit zielt, stellt eine Ausnahme dar. Entgegen zunehmender Mobilität und digitaler Kommunikation beschränkt sich so linke Politik in Deutschland heute meist auf den nationalen Horizont.

Aktuell wirft die Solidarität mit Kobane wieder einmal die Frage auf ob neue Ansätze gefunden werden können, die diese Blockade auflösen. Die Bundeskoordination Internationalismus diskutiert auf ihrem diesjährigen Kongress Perspektiven für globalen Widerstand unter dem Stichwort Transnationalismus. Ein Begriff, der den alten Internationalismus nicht nur begrifflich ersetzen soll, sondern zugleich auch Ausdruck eines veränderten Verständnis ist. Woran eine solche neue, global ausgerichtete Politik anschließen kann, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dabei relevant sind und welche Probleme mit Solidaritätsarbeit einhergehen wird die Veranstaltung zur Debatte stellen.

Zu den Hintergrundinformationen zur Veranstaltung:                                 http://www.buko.info/buko-kongresse/buko-37

 

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