Plakat--Klein

In der Türkei herrscht der Ausnahmezustand. Die Regierung Erdogans geht mit allen Mitteln gegen die Opposition vor. Journalistinnen und Wissenschaftlerinnen, die sich kritisch äußern, werden  verfolgt. Seit Jahren treibt die AKP die Veränderung der innenpolitischen Verhältnisse voran. Sie befördert eine Islamisierung der Gesellschaft und betreibt den Umbau zu einem autoritären System.

Seit den Wahlen eskaliert die Situation. Die Regierung Erdogan führt Krieg gegen die Kurdengebiete. Es wird ohne Unterschied auf die Zivilgesellschaft geschossen, darunter sind viele getötete Kinder, Bomben geworfen und die elementaren Menschenrechte mit Füssen getreten. Gerechtfertigt wird das mit rassistischen Vorurteilen gegen die kurdische Bevölkerung und dem Terrorvorwurf gegenüber der PKK. Die Militäreinsätze haben mittlerweile hunderte von Menschen das Leben gekostet, die Versorgung der Bevölkerung gekappt und bürgerkriegsähnliche Zustände geschaffen. Ausgangssperren wurden verhängt und verhindern sogar die Versorgung von Verwundeten und die Bestattung der Toten.

Europa und Deutschland schweigen und umgarnen stattdessen die türkische Regierung damit diese den Zugang für Flüchtlinge in die EU schließt. Um die Flüchtlingszahlen zu reduzieren werden die Menschenrechtsverletzungen und antidemokratischen Vorhaben  in der Türkei billigend in Kauf genommen, Geldgeschenke gemacht und politische Anerkennung versprochen. Doch mehr und mehr wird nun auch innerhalb der EU und der Türkei selbst Kritik an der türkischen Regierungspolitik und dem europäischen Schweigen geübt. Tausende von Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnnen, Medienschaffenden wie auch viele andere formulieren öffentlich ihren Widerspruch dazu. Diesen Initiativen schließen wir uns an.

Wir wollen auch in Deutschland nicht unsere Augen vor dem verschließen was derzeit in der Türkei passiert. Wir werden nicht tatenlos zusehen wie die Europäische Gemeinschaft und insbesondere Deutschland das Geschehen in der Türkei ignoriert. Wir fordern, dass von Deutschland aus mehr Druck auf die türkische Regierung ausgeübt wird und die Einhaltung der Menschen- und Freiheitsrechte eingefordert wird. Eine offizielle Menschenrechtsdelegation, die sich ein Bild über die Situation in den Kurdengebieten macht könnte hier unserer Meinung nach ein erster notwendiger Schritt sein.

Veranstaltungseinladung: TRANS- INTER- ANTI- national

Laughing Sandinista soldier, shortly after victory

Ein Gespräch über Geschichte und Gegenwart grenzüberschreitender Solidarität

Am Freitag, den 24. April 2015, 20:00 Uhr laden wir im Kommunikationszentrum paradox zu einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel “TRANS- INTER- ANTI- national” ein.

ReferentInnen:
Christiane Gerstätter (BUKO)
Christoph Spehr (IntKom)
Susanne Wenthe (ya basta-netz)

Seit Anfang der 90er Jahre hat internationale Politik in der Linken und den sozialen Bewegungen an Bedeutung verloren. Mobilisierungen sind meist punktuell und orientieren sich an Grossereignissen. War die Solidarität mit gleich welcher Befreiungsbewegung in den 80ern mehr oder weniger eine Selbstverständlichkeit werden politische Bewegungen im Süden heute tendenziell kritisch betrachtet und eine kontinuierliche Solidaritätsarbeit ist selten geworden. An die Stelle des Idealbilds von Revolutionärinnen und Revolutioären in fernen Ländern, die ihre Kämpfe stellvertretend für uns führen, ist Skeptizismus getreten. Es herrscht politische Desorientierung vor und an Solidarität werden Bedingungen geknüpft, die die Messlatte hoch hängen und nun ihrerseits ein Idealbild prägen, das dem Idealtypus des politisch korrekten deutschen Linken entspricht. Ein offener Austausch, der angesichts der globalen Machtverhältnisse auf politische Verständigung und Zusammenarbeit zielt, stellt eine Ausnahme dar. Entgegen zunehmender Mobilität und digitaler Kommunikation beschränkt sich so linke Politik in Deutschland heute meist auf den nationalen Horizont.

Aktuell wirft die Solidarität mit Kobane wieder einmal die Frage auf ob neue Ansätze gefunden werden können, die diese Blockade auflösen. Die Bundeskoordination Internationalismus diskutiert auf ihrem diesjährigen Kongress Perspektiven für globalen Widerstand unter dem Stichwort Transnationalismus. Ein Begriff, der den alten Internationalismus nicht nur begrifflich ersetzen soll, sondern zugleich auch Ausdruck eines veränderten Verständnis ist. Woran eine solche neue, global ausgerichtete Politik anschließen kann, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dabei relevant sind und welche Probleme mit Solidaritätsarbeit einhergehen wird die Veranstaltung zur Debatte stellen.

Zu den Hintergrundinformationen zur Veranstaltung:                                 http://www.buko.info/buko-kongresse/buko-37

 

Veranstaltungseinladung – Watch The Med Alarm Phone

Logo-10

  • 20. Februar 2015
    Freitag 20:00 Uhr
  • Kommunikationszentrum Paradox
    Bernhardstr. 10-12
    28203 Bremen

Diesen Freitag laden wir im Kommunikationszentrum paradox zu einer Diskussionsveranstaltung über die Initiative Watch The Med Alarm Phone, deren Ziele und die Situation von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer ein. Allein zwischen 1988 und 2012 sind mehr als 13.000 Flüchtlinge an den europäischen Seegrenzen gestorben. Watch The Med ist eine Online-Plattform, die die Verletzung der Rechte und den Tod von Flüchtlingen auf See an den Grenzen der EU dokumentiert und eine Reaktion der Antirassismus-Bewegung auf die untragbare Situation auf den Meeren rund um Europa . Mit ihrer Arbeit will die Initiative die menschenverachtende Praxis des maritimen EU-Grenzregimes öffentlich machen und politisch dagegen mobil machen. Gleichzeitig versucht Watch The Med mit seinem Projekt Alarm Phone Flüchtlingen praktische Hilfe bei Seenot zu leisten. Das von Watch The Med Alaram Phone eingerichtete Nottelefon registriert die Hilferufe von Flüchtlingen in Seenot und soll sicherstellen, dass diese nicht ihrem Schicksal überlassen, sondern tatsächlich auch gerettet werden.

Watch The Med Alarm Phone

Eine praktische Intervention gegen unterlassene Seenotrettung und die Verletzung der Menschenrechte von Flüchtlingen auf See

Referent von Watch The Med Alarm Phone

Die Watch-The-Med-Webseite als Hintergrundinformation zur Veranstaltung
http://watchthemed.net/index.php/main

——————————————————————————————————————

Im Laufe der nächsten Wochen werden die regelmässigen Diskussionsabende im Kommunikationszentrum paradox weitere, im Kontext des diesjährigen G7-Gipfels relevante Themen aufgreifen.

Die ersten Veranstaltungen aus der Reihe: STOP G7 – Eine Abschätzung der Folgen globaler Machtansprüche

20. Februar 2015
Freitag 20:00 Uhr
Watch The Med Alarm Phone
Eine praktische Intervention gegen unterlassene Seenotrettung und die Verletzung der Menschenrechte von Flüchtlingen auf See

27. März 2015
Freitag 20:00 Uhr
Ebola – eine Krankheit der Verhältnisse
Die sozialen und politischen Hintergründe einer Epidemie
Referent: Andreas Wulf, medico international

—————————————————————————————————————–

VeranstalterInnen:

  • Fair Oceans
  • Verein für Internationalismus und Kommunikation e.V.
  • Kommunikationszentrum paradox
  • Verein für Alltagskultur und politische Bildung e.V.
  • Türkei-Info Bremen

—————————————————————————————————————–

Eine Veranstaltung im Kommunikationszentrum paradox im Rahmen des Cafe Aleman

—————————————————————————————————————–

Kobane / Rojava (Syrien), Politische Lage und Hintergründe / Cinevision

Bild

kobane2
———————————————————————————————————————-
Diskussionsabend
Kobane / Rojava (Syrien),
Politische Lage und Hintergründe / Cinevision


Wo:

Kommunikationszentrum Paradox
Bernhardstr. 12
28203 Bremen

Wann:
14 November 2014
Fr. 19:00 Uhr

Rednerin:
Songül Karabulut
Sprecherin der außenpolitischen Kommission
des Kurdistans Nationalkongresses (KNK)

Redner: Michael Knapp, Historiker
Mitglied der Rojava Delegation im Namen der Kampagne „Tatort Kurdistan“

Veranstalter:

Kommunikationszentrum Paradox – Verein für Alltagskultur und politische Bildung e.V.
Verein für Internationalismus und Kommunikation e.V. (IntKom)
Türkei-Info Bremen